Vergessene Architektur in der Euregio

Wahrscheinlich fahren oder gehen auch Sie beinahe täglich an solchen Gebäuden oder ganzen Komplexen entlang, ohne dass sie noch ihre Aufmerksamkeit erregen. Zu lange schon währt dieser Zustand, an dessen Bild man sich gewöhnt hat. Aber irgendwann hat es angefangen, der Auszug, der Stillstand, die Verwahrlosung, der Verfall. Und irgendwann ist der Anblick dann zur Gewohnheit geworden. Man nimmt gar nicht mehr wahr, dass inzwischen fehlende Glasscheiben durch Folie oder gar Holzlatten ersetzt wurden. Daher kommt uns auch gar nicht in den Sinn, nach dem Grund dieses Zustandes zu fragen. Streitigkeiten der Erben, fehlende finanzielle Mittel zur Instandsetzung oder gar Kalkül der Besitzer? Auch wir können diese Fragen nicht beantworten, und dies ist auch nicht die Intention dieser Fotoreportage.

 

In der Rubrik VOR-HER-NACH berichten wir eigentlich über gelungene Umbauten, Neunutzungen oder sonstige positive Veränderungen nach baulichen Maßnahmen. Dieses Mal beschränken wir uns aber allein auf das VOR-HER, jedoch in der Hoffnung auf ein zukünftiges HER-NACH, da die gezeigten Beispiele aus der Region durchaus das Potenzial für architektonisch interessante Restaurierungen und Instandsetzungen haben.… zum Artikel

Lichterfest – Neue Leuchten zur dunklen Jahreszeit

Wenn man dem Winter mit seinen frühen Abenden etwas Positives abgewinnen kann, dann sind das auf jeden Fall das prasselnde Kaminfeuer, die Mußestunden ohne Gartenarbeit mit einem guten Buch, deftige Eintöpfe mit saisonalen Gemüsen und die stimmungsvolle Illuminierung der Räume durch entsprechende Leuchten. Seit dem verordneten Ende der Glühlampe hat sich einiges auf dem Markt getan. Wir zeigen Ihnen einige Beispiele.

Es gibt Erfindungen, die sind nicht nur bahnbrechend, sondern geradezu von evolutionärem Ausmaß: das Rad, die Dampfmaschine, das Automobil – und die Glühlampe. 1880 von Thomas Alva Edison zum Patent angemeldet durfte sie uns nicht nur mit ihrer Leuchtkraft fast 130 Jahre erwärmen. Dann wurde aus Umweltgründen 2009 beschlossen, ihre Produktion successive abzuschalten, obwohl die Energie, die im Haushalt für Beleuchtung aufgewendet wird, nur zwei Prozent beträgt. Seit letztem Jahr wird sie also in keiner Watt-Größe mehr produziert, da sie nur fünf Prozent der Energie in Licht umwandelte, aber 95 Prozent in Wärme.… zum Artikel

alles aus zucker

Ein Gartenbericht in der Winterausgabe? Vielleicht ist es in der Euregio Anfang Dezember noch zu früh für klirrend kalte Nächte, tiefe Nebelschwaden am Morgen über feuchten Niederungen und mittags drauf strahlenden Sonnenschein auf Frostkristalle. Aber der Winter kommt ja erst noch und mit ihm überall auch das jährliche Faszinosum von über Nacht gezuckerten Gräsern und vertrockneten Blütenständen in tief stehendem Sonnenlicht.

Man muss nicht gerade physikalisch interessiert oder bewandert sein, um jedes Jahr aufs Neue die kristallinen Strukturen von gefrorener Feuchtigkeit zu bewundern. Während des Tages angetauter Schnee, der über Nacht wieder neu gefriert und erstaunliche geometrische Strukturen bildet, die noch in der Mittagssonne wie geschliffene Diamanten funkeln. Hagebutten und Beerendolden, welche von einem Konditor nicht schöner in Zucker-Szene gesetzt werden könnten. Gräser und Halme, die einzeln überzogen sind mit feinsten Eisstrukturen. Ein Garten mit Pflanzen, deren verwelkte Blätter, vertrocknete Blüten und verdorrte Fruchtstände nicht vor Beginn der Frostperiode gleichsam dem Erdboden gleichgemacht wurden, belohnen den Betrachter nun mit einem glitzernden Schauspiel.… zum Artikel

ERIK OFFERMANN

Magische Landschaften – Diese beiden Wörter begegnen dem Kunstinteressierten immer wieder, wenn er sich mit den Arbeiten von Erik Offermann beschäftigt. Wir hatten die Gelegenheit, den Aachener Maler in seinem Atelier zu besuchen und ihm einige Fragen zu stellen.

Beim Betreten des Ateliers von Erik Offermann in der Mariahilfstraße in Aachen erfasst mich zunächst ungläubiges Staunen: Eine derart aufgeräumte Künstlerwerkstatt habe ich nicht erwartet und so auch noch nicht gesehen. Wären da nicht zumindest ein paar angebrochene Farbdosen auf einer quadratischen Palette, könnte man meinen, sich in einer Galerieausstellung zu befinden. Nach Roland Mertens, Eric Peters und Manfred Schieber stellen wir einmal mehr einen heimischen Künstler vor, den man mit seiner Malerei auf den ersten Blick ebenfalls mit dem Schlagwort Fotorealismus in Verbindung bringen könnte. Aber wie seine erwähnten Zeitgenossen hat auch Erik Offermann vor dieser vermeintlichen Genrezugehörigkeit seinen ganz persönlichen, auch in diesem Fall unverwechselbaren Stil gefunden und weiterentwickelt.

Erik Offermann, Am Rathaus, Öl auf Leinwand,100 x 100 cm

Erik Offermann, Stadtwald 1, Öl auf Leinwand,100 x 150 cm

Nach der Absolvierung der Aachener Fachoberschule für Gestaltung in der Liebigstraße zog es den 1956 in Aachen geborenen Künstler zunächst nach Köln, wo er von 1975 bis 1981 an der damaligen Werkkunstschule Malerei studierte und 1982 in die Meisterklasse von Professor Pravoslav Sovák aufgenommen wurde.… zum Artikel

Dachterrassen

Sehnsüchtig blicken viele von ihrem Balkon in die Gärten des Erdgeschosses oder der Nachbarschaft. Nie gab es so viele Magazine über Gärten, Pflanzen und Blumen. Bunte Bildbände zum selbigen Thema liegen in hohen Stapeln während des Sommers im Eingangsbereich der Buchhandlungen. Wer aber – wie ich selbst – leidgeprüfter Besitzer eines großen Gartens ist, wird alljährlich ab März von der grünen Wachstumslawine überrollt und sehnt sich vielleicht nach einem wahrlich überschaubaren Dachgarten mit klar begrenztem Wuchs-Horizont und zeitminimiertem Pflegeaufwand.

„In der Kürze liegt die Würze“. Umgemünzt auf den Dachgarten heißt das soviel wie „In der Beschränkung liegt die Wirkung“. Beschränkung bezieht sich dabei nicht nur auf die räumliche Ausdehnung, sondern vor allem auch auf die Konzentrierung auf wenige Pflanzenarten und –farben. Nicht unentschlossenes Bepflanzen mit allen Sonderangeboten aus dem Gartencenter, sondern eine gezielte Auswahl weniger Sorten, jede wiederum in möglichst einer Farbfamilie lassen die kleinen bepflanzten Flächen großzügiger erscheinen. Auf Maß gefertigte und daher den zur Verfügung stehenden Platz optimal ausnutzende Pflanzkästen verstärken diesen Eindruck und bieten im Gegensatz zu einzelnen Kübelgefäßen den Vorteil einer einfacheren Bewässerung.… zum Artikel