alles aus zucker

Ein Gartenbericht in der Winterausgabe? Vielleicht ist es in der Euregio Anfang Dezember noch zu früh für klirrend kalte Nächte, tiefe Nebelschwaden am Morgen über feuchten Niederungen und mittags drauf strahlenden Sonnenschein auf Frostkristalle. Aber der Winter kommt ja erst noch und mit ihm überall auch das jährliche Faszinosum von über Nacht gezuckerten Gräsern und vertrockneten Blütenständen in tief stehendem Sonnenlicht.

Man muss nicht gerade physikalisch interessiert oder bewandert sein, um jedes Jahr aufs Neue die kristallinen Strukturen von gefrorener Feuchtigkeit zu bewundern. Während des Tages angetauter Schnee, der über Nacht wieder neu gefriert und erstaunliche geometrische Strukturen bildet, die noch in der Mittagssonne wie geschliffene Diamanten funkeln. Hagebutten und Beerendolden, welche von einem Konditor nicht schöner in Zucker-Szene gesetzt werden könnten. Gräser und Halme, die einzeln überzogen sind mit feinsten Eisstrukturen. Ein Garten mit Pflanzen, deren verwelkte Blätter, vertrocknete Blüten und verdorrte Fruchtstände nicht vor Beginn der Frostperiode gleichsam dem Erdboden gleichgemacht wurden, belohnen den Betrachter nun mit einem glitzernden Schauspiel. Selbst am Vortag noch trist aussehendes Restgrün ist nach einer feuchten und sehr kalten Nacht von einem versöhnlichen Zuckerguss überzogen. Hatte man bis dato eventuell noch ein schlechtes Gewissen aufgrund noch nicht erledigter Gartenarbeiten, tröstet der faszinierende Anblick zumindest eine Zeitlang darüber hinweg. Und vielleicht nimmt man diesen friedlichen Eindruck ja zum Anlass, mit einigen „Rodungsarbeiten“ bis nach dem Winter zu warten, um während dieser Zeit noch öfter in den Genuss dieses Anblicks zu kommen.

Will man nicht alles dem Zufall überlassen und das beschriebene Erlebnis näher ins Blickfeld holen, kann man auch nachhelfen, indem man schön verblühte Zweige, Wedel, Gräser und dergleichen zu einem dicken Strauß bindet, in ein Behältnis ohne Wasser auf den Terrassentisch stellt und vor einer angekündigten, stark frostigen Nacht mit Wasser bestäubt – und schon macht sich der Zuckerbäcker an seine Arbeit. Im Übrigen haben bisher kaum beachtete Sträucher, Stauden und andere Pflanzen jetzt ihren großen Auftritt.… zum Artikel

ERIK OFFERMANN

Magische Landschaften – Diese beiden Wörter begegnen dem Kunstinteressierten immer wieder, wenn er sich mit den Arbeiten von Erik Offermann beschäftigt. Wir hatten die Gelegenheit, den Aachener Maler in seinem Atelier zu besuchen und ihm einige Fragen zu stellen.

Beim Betreten des Ateliers von Erik Offermann in der Mariahilfstraße in Aachen erfasst mich zunächst ungläubiges Staunen: Eine derart aufgeräumte Künstlerwerkstatt habe ich nicht erwartet und so auch noch nicht gesehen. Wären da nicht zumindest ein paar angebrochene Farbdosen auf einer quadratischen Palette, könnte man meinen, sich in einer Galerieausstellung zu befinden. Nach Roland Mertens, Eric Peters und Manfred Schieber stellen wir einmal mehr einen heimischen Künstler vor, den man mit seiner Malerei auf den ersten Blick ebenfalls mit dem Schlagwort Fotorealismus in Verbindung bringen könnte. Aber wie seine erwähnten Zeitgenossen hat auch Erik Offermann vor dieser vermeintlichen Genrezugehörigkeit seinen ganz persönlichen, auch in diesem Fall unverwechselbaren Stil gefunden und weiterentwickelt.

Nach der Absolvierung der Aachener Fachoberschule für Gestaltung in der Liebigstraße zog es den 1956 in Aachen geborenen Künstler zunächst nach Köln, wo er von 1975 bis 1981 an der damaligen Werkkunstschule Malerei studierte und 1982 in die Meisterklasse von Professor Pravoslav Sovák aufgenommen wurde. Mit den Musikern der Kölschrockband BAP, die ebenfalls dort studierten, genoss er die Kölner Kunstszene und nahm an kleinen Gruppenausstellungen in Cafés und Kneipen teil, bis er 1982 den Preis des Kölnischen Kunstvereins gewann und im selben Jahr eine Ausstellung in der Orangerie vom Brühler Schloss Augustusburg hatte. Dennoch zog es ihn nach Aachen zurück, wo er durch Zufall die Möglichkeit bekam, in die erste Etage eines Dreifensterhauses in der Mariahilf-straße zu ziehen. Mit kleineren Ausstellungen in Galerien und den Verkäufen seiner Bilder vornehmlich an Bekannte und Verwandte schlug er sich durch, bis er mit einem Künstlerfreund auf die Idee kam, in den damals noch existierenden Karstadt-Galerien selbst entworfene Grafiken vor den Augen der Kunden auf einer dafür erworbenen Druckpresse zu produzieren.… zum Artikel

Dachterrassen

Sehnsüchtig blicken viele von ihrem Balkon in die Gärten des Erdgeschosses oder der Nachbarschaft. Nie gab es so viele Magazine über Gärten, Pflanzen und Blumen. Bunte Bildbände zum selbigen Thema liegen in hohen Stapeln während des Sommers im Eingangsbereich der Buchhandlungen. Wer aber – wie ich selbst – leidgeprüfter Besitzer eines großen Gartens ist, wird alljährlich ab März von der grünen Wachstumslawine überrollt und sehnt sich vielleicht nach einem wahrlich überschaubaren Dachgarten mit klar begrenztem Wuchs-Horizont und zeitminimiertem Pflegeaufwand.

„In der Kürze liegt die Würze“. Umgemünzt auf den Dachgarten heißt das soviel wie „In der Beschränkung liegt die Wirkung“. Beschränkung bezieht sich dabei nicht nur auf die räumliche Ausdehnung, sondern vor allem auch auf die Konzentrierung auf wenige Pflanzenarten und –farben. Nicht unentschlossenes Bepflanzen mit allen Sonderangeboten aus dem Gartencenter, sondern eine gezielte Auswahl weniger Sorten, jede wiederum in möglichst einer Farbfamilie lassen die kleinen bepflanzten Flächen großzügiger erscheinen. Auf Maß gefertigte und daher den zur Verfügung stehenden Platz optimal ausnutzende Pflanzkästen verstärken diesen Eindruck und bieten im Gegensatz zu einzelnen Kübelgefäßen den Vorteil einer einfacheren Bewässerung. Besteht allerdings die Notwendigkeit des Überwinterns einzelner Pflanzen an einem anderen Ort, sind individuelle Behältnisse allerdings unverzichtbar. In diesem Falle sollte man sich aber hinsichtlich des Materials und der Farbe der Behältnissen beschränken, also ruhig den Pflanzen entsprechende verschiedene Größen, aber alle aus einem Material gefertigt und in einer Farbe gehalten.

Bei der Planung einer Dachterrasse ist die genaue Bedarfsermittlung von Sitz-, Liege- und Stellflächen ein wichtiges Kriterium vor der Verplanung von begrünten Arealen. Wenn gewünscht, wie viele Sitzplätze sollte dann ein Esstisch haben? Reicht eine Lounge-Ecke zum gepflegten Drink mit Gästen oder möchte ich auch noch mindestens zwei Liegestühle aufstellen? Nicht zu vergessen: Benötige ich einen Grillplatz? Wenn ja, wo verursacht er am wenigsten Geruchs- und Rauchbelästigung – nicht nur bezüglich der eigenen Gäste, sondern auch gegebenenfalls der Nachbarn?… zum Artikel

aha ATELIERHAUS AACHEN im DEPOT Talstraße

Das Ludwig-Forum in der ehemaligen Schirmfabrik Brauer, kreative Unternehmen im alten Schlachthof, ein international renommiertes Tanzfestival in der früheren Stahlfabrik Strang und nun

das DEPOT Talstrasse im ehemaligen Straßenbahndepot der Aseag – eine würdige Fortsetzung von gelungener Umnutzung leerstehender Industriegebäude.

EINE ADÄQUATE NEUE ADRESSE FÜR DAS ATELIERHAUS AACHEN, Und das alles im von allgemeiner Aufmerksamkeit nicht gerade verwöhnten Aachener Norden.­

Zwanzig Jahre war das ehemalige „Kloster der Schwestern zum Guten Hirten“ an der Aachener Süsterfeldstraße eine feste Adresse in der regionalen Kunstszene. Stolze 48 KünstlerInnen hatten bei der Eröffnung in unterschiedlich großen Räumen ihre Ateliers, in denen sie ungestört, aber bei Bedarf des Gedankenaustausches in direkter Nachbarschaft zu Gleichgesinnten arbeiten konnten. 1993 von Kunstschaffenden und Kunstinteressierten aus dem Förderkreis der Barockfabrik Aachen initiiert, wurde 1996 der neue Förderverein Atelierhaus Aachen e.V. gegründet und fand eine Bleibe im alten Teil des leerstehenden Klostergebäudes. Nach einigen Umbauarbeiten konnten zwei Jahre später die ersten KünsterInnen ihre angemieteten Atelierräume beziehen, ein Jahr später fand die offizielle Einweihung des Komplexes statt. Ziel war es, ambitionierten jungen Kunstschaffenden eigene Kreativräume unter einem gemeinsamen Dach günstig zur Verfügung zu stellen, so Horst Hambücker, Gründungsmitglied und mit kurzer Unterbrechung bis 2007 Geschäftsführer des Atelierhauses.

Auch zwanzig Jahre später mit dem Umzug des aha in die Räume eines Teiles des aufwändig sanierten Straßenbahndepots in der Aachener Talstraße erstreckt sich der Zeitraum der Fertigstellung der ersten Räume im November 2016 bis zur großen Eröffnung des gesamten Gebäudes im Februar 2017 über einen Jahreswechsel. Gleichgeblieben sind aber auch die Rahmenbedingungen für die Kunstschaffenden. Gefördert durch den Verein und auch finanziell unterstützt von der Stadt werden die Atelierräume zu einem Einheitsquadratmeterpreis angeboten, der weit unter dem für vergleichbare Räume auf dem freien Markt für Gewerbeimmobilien liegt. Aufgrund der hochwertigen Infrastruktur im Depot Talstraße liegt er jedoch nun rund ein Drittel über dem im alten Klostergebäude, wie uns die amtierende Geschäftsführerin, Frau Nadya Bascha, bei unserem gemeinsamen Rundgang erklärt.… zum Artikel

Kinderzimmer

Noch vor einem halben Jahrhundert war es durchaus Usus, dass sich zwei Geschwister ein Kinderzimmer teilten. Bei zwei Brüdern oder zwei Schwestern war auch das Reibungspotential bezüglich Farbgestaltung und Ausstattung eher gering. Außerdem benötigten Brettspiele, Taschenbücher, Kartenspiele und Legosteine nicht so viel Platzbedarf wie heutzutage Ritterburgen und Barbie-Schlösser, Piratenschiff und Plastikküche, Computer- und Fernsehbildschirm. Und nicht zu vergessen: Damals war das Kinderzimmer vornehmlich zum Schlafen und für Hausaufgaben da. Nur bei schlechtem Wetter hockte man auch zwischen Mittagessen und Abendbrot „auf’m Zimmer“ – und natürlich bei Stubenarrest.

 

 

Warum nicht ein gemeinsames Spielzimmer vorsehen?

Vielleicht hilft aber auch schon dieser Ansatz bei der Planung weiter. Warum nicht jeweils einen kleinen Schlaf- und Arbeitsraum für jedes Kind vorsehen und ein gemeinsames Spielzimmer, in dem auch mal alles liegen bleiben kann, damit es später weitergebaut, -gebastelt oder –gespielt werden kann. Das hat den weiteren Vorteil, dass bei den Hausaufgaben oder beim Lernen im Schlafraum keinerlei Ablenkung winkt. Dieses Spielzimmer muss auch nicht neben den Schlafräumen angesiedelt sein, weil unterschiedliche Lern- und Spielzeiten dann nicht durch den Geräuschpegel in Mitleidenschaft gezogen werden. Ist die räumliche Trennung von Schlafen/Lernen und Spielen/Hobby nicht möglich oder erwünscht, ist zu bedenken, dass die Farbgestaltung der Wände nicht auch noch in Konkurrenz zu den in der Mehrzahl
sehr bunten Spielsachen oder –geräten treten sollte. Ein einheitlicher, heller und freundlicher Farbton kann auch von den Möbeln aufgenommen werden, um dem kindlichen Auge genug visuelle Erholung zu gönnen. Während ein lichtes Grau-Blau die Jungen bis ins „hohe Kinderalter“ begleiten kann, ist ein Rosa-Pink nicht immer Teenie-kompatibel. Und natürlich gilt die wenn auch nicht unbedingt kreative Architekten-Weis(s)heit: „Weiß geht immer“.

 

3 Kisten Um der kindlichen Kreativität und dem ständigen Drang nach Veränderung genügend Spielraum zu lassen, kann man eine geeignete, weil nicht zumöblierte Wand oder ein entsprechendes Wandsegment für derlei gestalterische Aktivitäten reservieren.… zum Artikel