Vergessene Architektur in der Euregio

Wahrscheinlich fahren oder gehen auch Sie beinahe täglich an solchen Gebäuden oder ganzen Komplexen entlang, ohne dass sie noch ihre Aufmerksamkeit erregen. Zu lange schon währt dieser Zustand, an dessen Bild man sich gewöhnt hat. Aber irgendwann hat es angefangen, der Auszug, der Stillstand, die Verwahrlosung, der Verfall. Und irgendwann ist der Anblick dann zur Gewohnheit geworden. Man nimmt gar nicht mehr wahr, dass inzwischen fehlende Glasscheiben durch Folie oder gar Holzlatten ersetzt wurden. Daher kommt uns auch gar nicht in den Sinn, nach dem Grund dieses Zustandes zu fragen. Streitigkeiten der Erben, fehlende finanzielle Mittel zur Instandsetzung oder gar Kalkül der Besitzer? Auch wir können diese Fragen nicht beantworten, und dies ist auch nicht die Intention dieser Fotoreportage.

 

In der Rubrik VOR-HER-NACH berichten wir eigentlich über gelungene Umbauten, Neunutzungen oder sonstige positive Veränderungen nach baulichen Maßnahmen. Dieses Mal beschränken wir uns aber allein auf das VOR-HER, jedoch in der Hoffnung auf ein zukünftiges HER-NACH, da die gezeigten Beispiele aus der Region durchaus das Potenzial für architektonisch interessante Restaurierungen und Instandsetzungen haben. Während der Fotorecherche, die über einen längeren Zeitraum erfolgte, konnten diesbezüglich auch schon einige Bilddokumente gelöscht werden, da man sich inzwischen ihrer Renovierung angenommen hatte, gleichsam wie durch einen Foto-Weckruf. Andere wiederum sehen aktuell noch desaströser aus als zum Zeitpunkt der Aufnahme. Es geht bei dieser Foto-Reportage nicht um die jeweiligen Standorte oder Eigentümer, sondern ganz allein um die Trostlosigkeit des Anblicks, ungeachtet des zum Teil stolzen architektonischen Auftritts, dem fast etwas Trotziges innewohnt. Daher verzichten wir auch auf erläuternde Textbeiträge und lassen die Fotos für sich sprechen.

 

Text: Rainer Güntermann

Fotos: Rainer Güntermann

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Stehlgutliste. Aber schnell!

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Neben der Wohngebäudeversicherung, die im Wesentlichen die Substanz einer Wohnung oder eines Hauses sichert, sichert die Hausratversicherung als Inhaltsversicherung die Werte im Haus zum Beispiel vor Leitungswasserschäden oder Diebstahl im Rahmen eines Wohnungseinbruchsdiebstahls. Was tatsächlich von einer Hausratversicherung umfasst ist, welche Ausschlüsse es gibt und welche Formalien einzuhalten sind, regelt wie immer in einem Versicherungsvertrag das „Kleingedruckte“.

Diese Klauseln sind rechtlich nichts anderes als allgemeine Geschäftsbedingung und somit überprüfbar und auslegbar.

Die Auslegung hat aus Laiensicht zu erfolgen. Ein Gericht muss sich die Frage stellen, wie ein verständiger Versicherungsnehmer ohne versicherungsrechtliche Spezialkenntnis eine Klausel verstehen wird (egal wie kompliziert sie formuliert ist).

Das OLG Köln hat sich jüngst mit einer Klausel beschäftigt die sich mit Obliegenheiten eines Versicherungsnehmers in der Hausratversicherung beschäftigt. Das Gericht hatte folgende Klausel zu prüfen, die in jedem Hausratversi-cherungsvertrag so oder so ähnlich enthalten ist.

§ 8 Obliegenheiten des Versicherungsnehmers (…)
2. Obliegenheiten bei und nach Eintritt des Versicherungsfalls a) Der Versicherungsnehmer hat bei und nach Eintritt des Versicherungsfalls (…) ff. der Versicherung und der Polizei unverzüglich ein Verzeichnis aller abhanden gekommenen Sachen (Stehlgutliste) einzureichen.

Verstößt ein Versicherungsnehmer gegen eine Obliegenheit, ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich die Leistung einzuschränken oder ganz zu verweigern. Es ist daher besonders wichtig zu wissen, was man im Versicherungsfall bis zu welchem Zeitpunkt tun muss. Es wurde von Klägerseite beanstandet, das zum einen nicht klar sei, was „bei und nach einem Versicherungsfall“ bedeutet und was „unverzüglich“ bedeutet.

Das OLG Köln erklärt hierzu, ein durchschnittlicher Versicherungsnehmer würde danach zumindest eine listenmäßige Zusammenstellung der abhanden gekommenen Gegenstände verstehen, die schlagwortartig umschrieben werden müssen. Auch sei eindeutig zu erkennen, dass er diese Liste nicht nur bei der Polizei, sondern bei der Polizei und beim Versicherer einzureichen hat.

Soweit dies noch verständlich ist, erkennt man an der weiteren Erklärung des OLG Köln, wie weit die Auslegung gehen kann und welche Kenntnis man einem Versicherungsnehmer zumutet, obwohl man eigentlich keine versicher-ungsrechtliche Kenntnis verlangt und somit auch keine sonstigen rechtlichen Kenntnisse.… zum Artikel

ZEHN TIPPS für gutes Licht

Licht schafft Atmosphäre. Doch eine richtige Beleuchtung will gut geplant sein.

  • Nur relativ hohe Decken vertragen auch eine mittige Hängeleuchte, die unabhängig von der Möblierung den Raum großzügig ausleuchtet.
  • Wählen sie dimmbare Leuchten, damit sie von „Putzlicht“ auf „Wohlfühllicht“ umstellen können.
  • Zu viele eingelassene Deckenspots, die „ziellos“ nach unten leuchten, vermitteln oft den Eindruck eines Ausstellungsraumes, nicht eines Wohnzimmers.
  • Um ein nachträgliches Zuleitungschaos unter der Decke zu verhindern, hilft eine nur minimal abgehängte Decke mit Abstand zu den Wänden. Sehr wirkungsvoll: Eine farblich abgesetzte Hohlkehle zwischen Platte und Decke.
  • Mehrere gezielt auf Möbel, Bilder oder Gegenstände ausgerichtete Spots bringen positive Dramatik in die Lichtinszenierung.
  • Ein langer Esstisch sollte auch in der Länge und nicht nur in der Mitte ausgeleuchtet werden. Dabei sollte(n) die Leuchte(n) nicht zu hoch (Blendung) und nicht zu tief (Blickkontakt) hängen.
  • Wenn sie nicht zu willkürlich platziert und zu hell ausgestattet werden, sind Deckenfluter eine effektive Lösung für eine dezente Allgemeinbeleuchtung des Raumes.
  • Für alle Arbeitsbereiche gilt: Bei Rechtshändern kommt das Licht von links, bei Linkshändern von rechts.
  • Die Diele sollte bei erwartetem Besuch nicht stockdunkel sein, sondern mit gedämpftem Licht einladen, bei Begrüßung und Verabschiedung jedoch ruhig hell und freundlich.
  • Auch im Gäste-WC erleichtert eine schwache Grundbeleuchtung dem Gast die Orientierung.
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Lichterfest – Neue Leuchten zur dunklen Jahreszeit

Wenn man dem Winter mit seinen frühen Abenden etwas Positives abgewinnen kann, dann sind das auf jeden Fall das prasselnde Kaminfeuer, die Mußestunden ohne Gartenarbeit mit einem guten Buch, deftige Eintöpfe mit saisonalen Gemüsen und die stimmungsvolle Illuminierung der Räume durch entsprechende Leuchten. Seit dem verordneten Ende der Glühlampe hat sich einiges auf dem Markt getan. Wir zeigen Ihnen einige Beispiele.

Es gibt Erfindungen, die sind nicht nur bahnbrechend, sondern geradezu von evolutionärem Ausmaß: das Rad, die Dampfmaschine, das Automobil – und die Glühlampe. 1880 von Thomas Alva Edison zum Patent angemeldet durfte sie uns nicht nur mit ihrer Leuchtkraft fast 130 Jahre erwärmen. Dann wurde aus Umweltgründen 2009 beschlossen, ihre Produktion successive abzuschalten, obwohl die Energie, die im Haushalt für Beleuchtung aufgewendet wird, nur zwei Prozent beträgt. Seit letztem Jahr wird sie also in keiner Watt-Größe mehr produziert, da sie nur fünf Prozent der Energie in Licht umwandelte, aber 95 Prozent in Wärme. Es folgte die Energiesparlampe, wobei der Name relativ ist. Denn auch sie wandelt gerade einmal 25 bis maximal 30 Prozent der Energie in Licht um, benötigt aber bei der Herstellung fast 4 KWh im Gegensatz zu nicht einmal 1 KWh, welche die Produktion einer Glühlampe brauchte. Vor dem Hintergrund, dass Fieberthermometer mit Quecksilber verständlicherweise inzwischen verboten sind, weil bei Bruch dessen Freisetzung zu massiven Gesundheitsschäden führen kann, ist die Energiesparlampe mit diesem und noch mehreren weiteren Giftstoffen nicht wirklich die gesunde Alternative, für die sie immer ausgegeben wird. Durch ihr unnatürliches Farbspektrum mit viel UV-, aber wenig Infrarot-Licht nehmen wir ihre Leuchtkraft auch immer als kalt und ungemütlich auf.


Glücklicherweise hat aber auch die Forschung weiter an wirklichen Alternativen gearbeitet und die LED (lichtemittierende Diode)-Lampen auf den Markt gebracht. Mit diesen neuen Leuchtmitteln lässt sich nun 70 bis 90 Prozent Energie sparen, und die längere Lebenszeit und wesentlich erhöhte Schaltbarkeit amortisieren die erhöhten Anschaffungskosten bereits nach kurzer Zeit.… zum Artikel

alles aus zucker

Ein Gartenbericht in der Winterausgabe? Vielleicht ist es in der Euregio Anfang Dezember noch zu früh für klirrend kalte Nächte, tiefe Nebelschwaden am Morgen über feuchten Niederungen und mittags drauf strahlenden Sonnenschein auf Frostkristalle. Aber der Winter kommt ja erst noch und mit ihm überall auch das jährliche Faszinosum von über Nacht gezuckerten Gräsern und vertrockneten Blütenständen in tief stehendem Sonnenlicht.

Man muss nicht gerade physikalisch interessiert oder bewandert sein, um jedes Jahr aufs Neue die kristallinen Strukturen von gefrorener Feuchtigkeit zu bewundern. Während des Tages angetauter Schnee, der über Nacht wieder neu gefriert und erstaunliche geometrische Strukturen bildet, die noch in der Mittagssonne wie geschliffene Diamanten funkeln. Hagebutten und Beerendolden, welche von einem Konditor nicht schöner in Zucker-Szene gesetzt werden könnten. Gräser und Halme, die einzeln überzogen sind mit feinsten Eisstrukturen. Ein Garten mit Pflanzen, deren verwelkte Blätter, vertrocknete Blüten und verdorrte Fruchtstände nicht vor Beginn der Frostperiode gleichsam dem Erdboden gleichgemacht wurden, belohnen den Betrachter nun mit einem glitzernden Schauspiel. Selbst am Vortag noch trist aussehendes Restgrün ist nach einer feuchten und sehr kalten Nacht von einem versöhnlichen Zuckerguss überzogen. Hatte man bis dato eventuell noch ein schlechtes Gewissen aufgrund noch nicht erledigter Gartenarbeiten, tröstet der faszinierende Anblick zumindest eine Zeitlang darüber hinweg. Und vielleicht nimmt man diesen friedlichen Eindruck ja zum Anlass, mit einigen „Rodungsarbeiten“ bis nach dem Winter zu warten, um während dieser Zeit noch öfter in den Genuss dieses Anblicks zu kommen.

Will man nicht alles dem Zufall überlassen und das beschriebene Erlebnis näher ins Blickfeld holen, kann man auch nachhelfen, indem man schön verblühte Zweige, Wedel, Gräser und dergleichen zu einem dicken Strauß bindet, in ein Behältnis ohne Wasser auf den Terrassentisch stellt und vor einer angekündigten, stark frostigen Nacht mit Wasser bestäubt – und schon macht sich der Zuckerbäcker an seine Arbeit. Im Übrigen haben bisher kaum beachtete Sträucher, Stauden und andere Pflanzen jetzt ihren großen Auftritt.… zum Artikel