Hollywood für Zuhause

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FILM AB!

Die Technik ist soweit, das Angebot ist es auch. Filme und Serien können über das Internet gestreamt, Bild und Ton in exzellenter Qualität abgespielt werden – beste Voraussetzungen für das Heimkino. Und das lässt sich hervorragend in die ganz normale Wohnumgebung integrieren.

Wohnwand mit TV

War der Traum von Heimkino noch vor wenigen Jahren für die Meisten unerschwinglich, haben sich heute die Voraussetzungen geändert. Mit einem HD-Beamer oder -Fernseher und einem Cinema-Soundsystem lässt sich in den eigenen vier Wänden ein echtes Kino-Feeling herstellen. Kein Stress mit der Ticketreservierung, keiner, der die Sicht versperrt, dafür ein bisschen Hollywood für zu Hause. Oder live-Feeling bei Sport-Events. Sie bestimmen das Programm.

Die Preise für die gute Technik sind heute in den meisten Fällen bezahlbar. Die Möglichkeiten der Integration in die Inneneinrichtung vielfältig, wie zum Beispiel bei den Wohnsystemen von WK Wohnen und Team7. Viele HiFi-Händler bieten die Installation von Komplettsystemen in Ihrem Haus direkt mit an und arbeiten dazu zum Beispiel mit Schreinereien und Schlossereien zusammen. Die Nachfrage nach einer Komplettinstallation schon bei der Kaufberatung lohnt sich also.

BLa18-14DI-01Denn noch vor der Frage nach der technischen Ausstattung steht die nach den Räumlichkeiten: Soll das Heimkino im Wohnzimmer installiert werden? Oder gar im Schlafzimmer? Sollen also Fernseher und Soundsystem beziehungsweise Beamer und Leinwand im Interieur gänzlich versteckt werden? Oder gibt es einen Kellerraum, der zum privaten Kino umgebaut werden kann?

Team-7-HomeHier sind also nicht nur technische Aspekte ausschlaggebend, vor allem die wohnlichen Gegebenheiten fallen ins Gewicht. Ein Heimkino mit Beamer und Leinwand sollte möglichst fensterlos sein, um Reflexionen zu vermeiden. Hier bietet sich der Keller an. Trotzdem lassen sich mit einem modernen Heimkinosystem auch im Wohnzimmer hervorragende Klang- und Bildergebnisse erzielen – mit Beamer oder Flachbildfernseher gleichermaßen. Teppiche und Möbel können Störgeräusche schlucken, Vorhänge oder Jalousien Lichtreflexe aus dem Sichtfeld halten.

WohnzimmerNicht zu unterschätzen ist auch die Frage nach den richtigen Sitzmöbeln. (Kino-)Sessel, Sofas oder die große Couch sollten bequem sein und genug Platz bieten. Auch der richtige Winkel ist beachten, damit beim Kinoerlebnis eine bequeme Haltung eingenommen werden kann, der Kopf nicht in den Nacken gelegt werden muss etc. Hier kommt die Frage nach Flachbildfernseher oder Beamer ins Spiel – denn die wirklich großen Bilder wirft ein Beamer auf die Leinwand. Und eine große Leinwand eröffnet natürlich auch mehr Möglichkeiten beim Positionieren der Sitzmöbel.

BeoLiving-07-Hi04Flachbildfernseher oder Beamer? Beide Techniken gibt es in HD, 4K und mit 3D-Darstellung. Was für welchen Raum und für welche Sehgewohnheiten das geeignete Medium ist, entscheidet sich durch die Gegebenheiten und persönliche Vorlieben beim Fernsehen – und natürlich nach einer gründlichen Beratung beim Fachhändler. Ein Beamer kann beispielsweise auch TV-fähig sein und den Fernseher im Haushalt komplett ersetzen. Stimmen die wohnlichen Gegebenheiten, lassen sich Beamer und Leinwand recht gut verstecken und der Raum deutlich freier gestalten als mit Fernseher, der im ausgeschalteten Zustand immer noch eine schwarze Fläche im Raum darstellt. Die Leinwand verschwindet per Rollo an der Decke oder lässt sich per System im Boden versenken. Da der Beamer relativ klein ist, lässt auch er sich, wenn er nicht benutzt wird, gänzlich im Interieur verstecken. Allerdings ist zu beachten, dass auch die Umsetzung mit Beamer in jedem Fall noch Peripheriegeräte benötigt, da dieser nicht mehr als die Bilderzeugung erledigt. Tonwiedergabe, Fernsehempfang und weitere Funktionen kommen von externen Geräten, die natürlich auch untergebracht werden wollen.

Natürlich ist eine solche Installation und Integration von Beamer, Leinwand und Co. mit einigem Aufwand und viel Planung verbunden. Und bei Tageslicht ohne Verdunkelung im Raum bekommt der Beamer Schwierigkeiten bei der Darstellung von Schwarz und somit von Kontrasten. Während man mit dem Fernseher ganztägig schauen kann, ist man mit dem Beamer von Möglichkeiten zum Abdunkeln abhängig. Doch bei idealen Lichtbedingungen – zum Beispiel im Heimkino im Keller – versorgt der Beamer die Zuschauer mit einem schöneren Bild als der Fernseher. Es kommt nämlich als Reflexion von der Leinwand, während vom Fernseher aus das Auge mit selbst leuchtenden Pixeln bestrahlt wird, was wir als unangenehmer empfinden. Zudem kann es in flexiblen Größen wiedergegeben werden, wohingegen man sich beim Fernsehgerät einmal für eine Größe entschieden hat.

Aber natürlich verfügt nicht jeder Haushalt über hinreichende Möglichkeiten, eine Leinwand zu verstecken oder um genügend Abstand zwischen Beamer und Leinwand herzustellen. Moderne TV-Geräte sind hier nicht nur technisch in der Lage, ein besonderes Kinoerlebnis zu erschaffen, auch Flachbildfernseher lassen sich selbst noch mit großer Bildschirmdiagonale elegant ins Interieur einbinden. Die Kabel von und zum TV-Gerät können genauso versteckt werden wie ein Motor, der den Flachbildfernseher schnell in die richtige Position drehen kann – aus seinem „Versteck“ heraus oder flexibel in den gewünschten Winkel. Das Kinoerlebnis kann so jederzeit flexibel aus verschiedenen Positionen erlebt werden. Der Rahmen des Geräts wird in der entsprechenden Wandfarbe lackiert und integriert sich so nahtlos in seine Umgebung. Die Boxen des Soundsystems – und das können je nach System zehn Stück sein – werden zum Beispiel diskret an Decke oder Wand montiert oder gar integriert. Die Peripheriegeräte wie etwa der Receiver werden in manchmal eigens dafür angefertigten Möbeln untergebracht, wo sie auch bei geschlossenen Türen mit der Fernbedienung angesteuert werden können.

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Eine weitere Möglichkeit wäre etwa das Herunterklappen des Fernsehers aus der Decke, was sich zum Beispiel in einem Schlafzimmer realisieren ließe. Dabei würde eine Motorkonstruktion in die Decke eingelassen und dann das TV-Gerät daran montiert. Das ganze System samt Fernseher verschwände buchstäblich. Auch hier ließen sich die Boxen des Soundsystems dem Raum entsprechend dezent montieren und so das Heimkino-Erlebnis komplett werden.

Die Möglichkeiten sind vielfältig, denn mit der heutigen Technik lassen sich viele Ideen und Vorstellungen realisieren. Das Heimkino lässt sich als modernes System im Wohnzimmer oder als tatsächlicher Kinosaal im Keller umsetzen – egal ob mit Flachbildfernseher oder Beamer. So oder so holen Sie sich ein bisschen Hollywood nach Hause.

Text: Christian Dang-anh

Fotos: Bang & Olufsen, WK Wohnen, TEAM7, Epson

Kino in neuem Glanz – Capitol Aachen

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Treppenhaus

Der filigran reduzierte Schriftzug nahm die grafische Schlichtheit der 60er Jahre vorweg.

Im Jahr 1958 vom Aachener Architekten Fritz Eigelshofen erbaut, nahm das Kino Capitol mit seiner im unteren Teil leicht geschwungenen, aber mit Eloxal-Fenster- und Türelementen geradlinig unterteilten Fassade schon die grafische Schlichtheit der 60er Jahre vorweg. Auch der allen Aachenern bekannte Neon-Schriftzug ist nicht dem damaligem Zeitgeist entsprechend kursiv und in Schreibschrift-Manier gehalten, sondern filigran reduziert. In Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz ist nach der Übernahme durch die Cineasten-Familie Stürtz und dem Umbau Ende 2014 auch die Fassade wieder in Originalfarbtönen gehalten worden. Im Inneren dominieren nun ebenfalls wieder die Farben und Materialien wie zur Eröffnung des Filmtheaters: Stoffbespannte Wände in edlem Silbergrau, ein handgeknüpfter Leinwand-Vorhang in einem warmen Grünton und Holzvertäfelung. Aber dazu später mehr.

Capitol von vorne

Nachdem die Ufa in den 70er Jahren auch in Aachen mehrere Kinos übernommen hatte, wurden diese oftmals ohne Rücksicht auf die jeweilige Architektur allein unter der Prämisse der Gewinnmaximierung in kleine Schachtelsäle aufgeteilt. Auf der Strecke blieben Individualität, Erlebniswert und am Ende auch der angestrebte Profit. Mit der zwangsläufigen Insolvenz der Ufa und des sukzessiven Verkaufs der Spielstätten endete für einige endgültig die Existenz. Andere wiederum wurden von neuen Betreibern übernommen. Zu diesen zählen auch Leo und Willi Stürtz, zwei Brüder aus der bekannten Alsdorfer Kinofamilie. Bereits 1938 gründeten die Eltern dort das „Atrium“, 1952 das „Gloria“ und später noch das „Thalia“ und das „Forum“. Schon als Kinder halfen die beiden in den elterlichen Betrieben mit und atmeten Filmtheaterluft. 1997 kam mit der Eröffnung des „Cinetower“, in einem ehemaligen Wasserturm, eine neue Dimension von Kinoerlebnis hinzu. Inzwischen wird dieser Komplex von der dritten Generation, den Brüdern Sebastian und Moritz, geführt, sodass man nunmehr auch ruhig von einer Kinodynastie sprechen darf. Aufgrund des Erfolges wagte man dann 2004 den Sprung nach Aachen und übernahm von der Ufa sowohl das „Cinekarree“ im Kapuziner-Karree, welches jetzt unter „Cineplex“ firmiert, als auch 2009 das „Eden“. Letzteres wurde entschachtelt und bietet nach dem Umbau unter anderem den würdigen Rahmen für die Direktübertragungen von Opernaufführungen der Metropolitan Opera in New York. Mit der Übernahme des „Capitol“ von Interimsbetreibern entstand der Gedanke, mit dieser Spielstätte einen völlig neuen Weg zu gehen: Drastische Reduzierung der Sitzplätze zugunsten von Bequemlichkeit, Gastronomieangebot, Nachhaltigkeit, Erlebniswert und Gediegenheit.

Kinosessel

Man ist fast geneigt, sich bei diesem Luxus und der Großzügigkeit die Schuhe auszuziehen.

Bereits der erste Eindruck beim Betreten des Kinosaals ist überwältigend: Zunächst wähnt man sich gar nicht in einem Kino, sondern in einer riesigen Szene-Bar oder einem mondänen Club. Die langgestreckte Bar mit bequemen Hockern und einige SBilder an der Wandtehtische vor dem großen Leinwandvorhang verbreiten wahrlich Großstadt-Atmosphäre und laden direkt zum Pre-Drink ein. Spätestens jetzt erschließt sich einem Jeden die frühe Öffnungszeit vor der Vorstellung, wie auch die Möglichkeit, freitags und samstags nach der Filmvorführung den Abend an der Bar ausklingen zu lassen. Die Tatsachen, dass nur ein Film pro Abend gezeigt wird, dies sogar ohne Produkt-Werbung, die Umbaukosten von 11.000 Euro pro Sitzgelegenheit (mehr als das Doppelte des Branchenüblichen), die reduzierte Anzahl von nur 41 Master-Sesseln im Parkett und 83 sehr geräumigen und bequemen Stühlen auf dem Balkon – all dies steht für puren Enthusiasmus und idealistisches Luxus-Hobby.
HeftÜberhaupt die Sessel! In Rückenlehnenneigung exakt auf das Verhältnis von eingeebnetem Boden zur hohen Leinwand angepasst, derart großzügig bemessen, dass man fast geneigt ist, die Schuhe auszuziehen und die Extremitäten mit auf die
Sitzoase zu nehmen. Der kleine Nierentisch aus Holz davor – alles großes Kino. Nicht unbedingt etwas für kuschelsüchtige Jungverliebte, aber Händchenhalten überder dezenten Tischbeleuchtung ist ja auch schön.

KinosesselDas Fehlen von Popcorn wird mehr als ausgeglichen durch eine anspruchsvolle Auswahl von leckeren Kleinigkeiten in ansprechender Präsentation, und die vielen, durch angemessene Garderobe zu erkennenden Servicekräfte, gepflegt servierten Getränke, unter anderem auch Weine, Cocktails und – für mich als Wahlbelgier sehr willkommen – Trappistenbier. Dies alles unter dem Vorzeichen der Abkehr vom Wegwerf-Catering.

Bleibt noch anzumerken, dass dieser Kino-Club auch für Feste gemietet werden kann. Inklusive Filmvorführung!

Innen wie außen ein architektonisches Schmuckstück in und für Aachen.

Aber ich merke gerade: Ich schweife ab. Jedenfalls spätestens vor dem zweiten Besuch des Capitols beschleicht einen das Gefühl, auch sich selbst für diesen Filmabend etwas mehr in Schale zu werfen, als für ein Cola/Nacho-Cinema, ganz entsprechend dem Auftritt des Capitol-Kinosaals. Ein innen wie außen architektonisches Schmuckstück in und für Aachen!

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Text: Rainer Güntermann

Fotos: Capitol Aachen, Marcello Vercio

Mein Heim Mein Spa

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Home is where your Spa is

Nach einem langen Arbeitstag mal eben zu Hause im eigenen Wellness-Tempel entspannen, das Handy ausschalten und zur Ruhe kommen – ein Traum. Denn dort, wo man sich sowieso am wohlsten fühlt, in den eigenen vier Wänden, kann man den Stress am besten hinter sich lassen. Und eine Sauna ist dabei ungemein behilflich.

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Die heiße Luft regt unseren Körper zum Schwitzen an. Dabei werden Schadstoffe herausgespült und zudem die Haut gereinigt. Durch das regelmäßige Saunieren werden die Abwehrkräfte gestärkt, Herz und Kreislauf durch die Wechselwirkung von Erwärmung und Abkühlung trainiert. Und dabei kann man herrlich entspannen. Die Temperatur auf der Haut erhöht sich um drei bis zehn Grad, im Körperinneren um ein bis zwei Grad – ähnlich einem Fieber. Dadurch werden die Abwehrzellen des Körpers aktiviert, die Blutgefäße erweitern und die Muskeln entspannen sich.

KLAFS_Sauna_S1_PlusXAwards_ohneWenn wir uns also die Zeit nehmen, um uns etwas Gutes zu tun, schüttet unser Körper besonders viele Endorphine und Dopamine aus. Die Glückshormone sollen die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigern, Schmerzen lindern sowie ihrerseits das Immunsystem aktivieren. Für eine Wellness-Oase zu Hause sprechen also auch neurobiologische Argumente.

Ganz zu schweigen von der Optik: Die Zeiten, in denen die Heimsauna ein viereckiger Holzkasten war, sind längst vorbei.

Durch das regelmäßige Saunieren werden die Abwehrkräfte gestärkt, Herz und Kreislauf durch die Wechselwirkung von Erwärmung und Abkühlung trainiert. 

KLAFS_Sauna-S1_Schlafzimmer_S1-geschlossenSie müssen damit auch nicht mehr nur in den Keller verbannt werden, heutige Bauarten und Designs lassen sich nahtlos ins Badezimmer integrieren. Das eigene Spa – vielleicht noch mit Badewanne oder Whirlpool – gehört damit zur normalen Wohnumgebung und kann somit auch täglich und komfortabel wie das normale Bad genutzt werden.

Viel Glas und helles Holz lassen die Saunakabine äußerlich als offenes und angenehmes Badelement erscheinen. Ganzglastüren und -fronten, helle Inneneinrichtungen mit angenehmer Lichtausstattung und offene, moderne Designs machen die Saune zu einem attraktiven Stück Heim-Spa. Innen sind sie zudem durch verschiebbare Liegen auch noch geräumig und ebenso modern gestaltet.

Sauna Anbieter eröffnen die Möglichkeit, die Sauna individuell zu planen und umzusetzen. Einfacher ist es natürlich, wenn das schon vor einem Hausneubau mit in die Planung übernommen wird. Doch auch ein nachträglicher Ein- beziehungsweise Umbau der Räumlichkeiten ist natürlich möglich. Das kann von einer Firma erledigt werden, aber natürlich auch vom Heimwerker. Heimsaunen sind nämlich als Fertigkonstruktion aus mehreren Elementen erhältlich, die wie beim Schrankaufbau nach Anleitung fest miteinander verschraubt werden. Es gibt sie aber auch aus Massivholzbalken, dicke Holzblöcke, die zwar nicht gedämmt sind, die aber durch ihre Stärke die Hitze länger speichern können. Der Aufbau ist zwar etwas komplizierter und teurer, aber auch selbst machbar. In beiden Fällen ist es aber ratsam, den Saunaofen von einem Elektriker installieren zu lassen. Oder man entscheidet sich von Anfang an für eine Infrarotkabine.

DornbrachtDiese Wärmekabinen sind eine Alternative zur Sauna und funktionieren auch anders: Der Körper wird hier nicht von heißer Raumluft erwärmt, sondern von Infrarotstrahlung. Sie ist eine natürliche Strahlung, die auch von der Sonne ausgeht. Sie dringt in die oberste Hautschicht ein und wärmt den Körper von innen. Die Durchblutung wird angeregt und man beginnt zu schwitzen. Im Gegensatz zur Sauna erhöht sich dabei die Raumtemperatur nur geringfügig, trotzdem wird auch hier der Fiebereffekt erreicht, der zur besseren Durchblutung und Entschlackung führt. Lediglich der Kreislauf wird deutlich weniger beansprucht. In der Sauna ist er Temperaturen zwischen 70 und 110 Grad ausgesetzt, in der Infrarotkabine zwischen 35 und maximal 50 Grad Celsius. Das macht den Besuch weniger anstrengend als in der finnischen Sauna. Entsprechend niedrig ist der Stromverbrauch: In der Sauna werden sechs bis acht Kilowatt pro Stunde verbraucht, mit Infrarotstrahlern 1,2 bis 2,5 Kilowatt abhängig von Anzahl und Größe der Strahler. Im Gegensatz zur finnischen Sauna muss außerdem der Raum nicht lange vorgeheizt werden – auch hier lässt sich Energie sparen. Die Infrarotkabine benötig zum Anschluss lediglich eine Steckdose und ist darüber hinaus meist platzsparender als die Sauna.

Eine Sauna oder Infrarotkabine gehört zum eigenen Spa für das Wellness-Erlebnis in den eigenen vier Wänden einfach dazu. Gesundes Schwitzen macht fit und entspannt – und wo kann man das besser als zu Hause?

Dornbracht2Ihr Design und Aufbau zeichnen sich ebenfalls durch die Wahl verschiedener Hölzer und vielen Glaselementen aus. Türen oder Wandteile harmonieren auch hier mit dem Holz. Furniere oder Holzimitate wirken allerdings schnell billig, auch hier lohnt es sich, auf Vollholz zu setzen. Das garantiert zum einen die Langlebigkeit der Kabine, zum anderen sehen sie hochwertiger aus und sorgen für ein angenehmes Wohlfühl-Raumklima. Der angenehme Geruch hochwertigen Holzes ist schließlich auch ein nicht zu unterschätzendes Kriterium. Und wie die meist größeren Saunen lassen Sie sich durch die verschiedenen Designs nahtlos in die Badlandschaft integrieren.

Text: Christian Dang-anh

Fotos: Klafs, Physiotherm, Dornbracht

…unterwegs… – Dipl. Ing. Ulrike Halfmann

Ulrike Halfmann

Besuch bei Dipl. Ing. Ulrike Halfmann, Köln, gebürtig aus Aachen. Neben ihrer Architektinnentätigkeit zeichnet sie aquarellierte Bauwerks-Impressionen von ihren Lieblingstädten wie Venedig, Aachen und München.

Ulrike Halfmann, geboren 1962 in Aachen, ist nicht nur eine erfolgreiche Architektin mit dem Kölner Büro „Halfmann Architekten“, welches sie 1992 mit ihrem Mann Martin gegründet hat, sondern macht auch mit sehr ausgefallenen Architektur-Zeichnungen von sich reden. Immerhin hatte die sympathische Wahlkölnerin vor ihrem Studium der Architektur an der RWTH Aachen, das sie 1989 mit Diplom und Auszeichnung abschloss, bereits zwei Semester Kunst ebenfalls an der RWTH studiert. Wir trafen Sie in ihrer Wohnung, die direkt über den Büroräumen im Kölner Westen liegt, wo sie sich unseren Fragen stellte.

Frau Halfmann, war das Kunststudium als Schnupperjahr geplant, oder war dies eigentlich das fest ins Auge gefasste Studienziel ?

Schon in der Schule hatte ich den Schwerpunkt Kunst und Geographie gewählt. Aufgrund meines Interesses an Kreativem und meiner Leidenschaft für das Reisen lag für mich nah, die beiden Fächer auch im Studium weiterzuverfolgen, zumal ich auf diese Weise auch in meinem Heimatort Aachen bleiben konnte. Allerdings konnte ich beide Fächer nur mit dem Berufsziel Lehramt studieren. Mir wurde schnell klar, dass ich weder Lehrer noch freier Künstler werden wollte – das Eine war mir zu fremdbestimmt, beim Anderen fehlte mir die Perspektive auf finanzielle Absicher­ung. Ich bin kein Typ, dem künstlerische Ziele wichtiger sind als die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Sonst hätte mein Weg wohl direkt zu einer Kunstakademie geführt.

Venedig

Gab es einen konkreten Anlass für den Wechsel von der Kunst in die Architektur?


Parallel zu meinem Studium habe ich bei Architekten und Landschaftsarchitekten gejobbt – Kollegen meines großen Bruders, der auch ein Architekturbüro hat. Außerdem fand das Kunststudium an der RWTH Aachen im Reiff-Museum statt, das ist bis heute auch die Fakultät für Architektur, die schon immer einen hervorragenden Ruf genoss. So konnte ich schon ein bisschen kreative Stimmung schnuppern und hinter die Kulissen des Architekturstudiums schauen. Mein Wechsel zu den Architekten war also ein ganz natürlicher und fast schleichender Übergang. Da mir auch einige Kurse und Seminare angerechnet wurden, hatte ich auch nie das Gefühl, Zeit verloren zu haben.

Abgesehen von Ihren Ausflügen in die Malerei – Haben Sie auch während Ihres Architekturstudiums in irgendeiner Weise von dieser Zeit profitiert?

Aachen2Natürlich hat das Kunststudium einen guten handwerklichen Grundstock für Freihandzeichnen, plastisches Gestalten und darstellende Geometrie gelegt, von dem ich auch in meinen Nebenjobs profitieren konnte, wo ich viele Wettbewerbsperspektiven angefertigt habe. Aber auch für die Wahrnehmung und kreative Betrachtung von Natur, Objekten und Gebäuden mit ihren Details war mein Kunststudium eine gute Schule.

Und wie sieht das heute nach vielen erfolgreichen Jahren im Beruf aus? Beeinflusst die Kunstausbildung immer noch bewusst oder unterbewusst zum Beispiel die Entwurfsprozesse?

Die Zeichnung ist die Sprache des Architekten – und ich spreche viel mit meinen Händen. Am Beginn eines jeden Projektes steht eine erste Entwurfsidee, die ich als Handskizze auf das Papier bringe und manchmal an der Zeichenschiene konkretisiere. Ich bin sicher, dass Handzeichnungen wesentlich mehr Betrachtungs- spielräume zulassen als CAD-Pläne. Daher vermittle ich unseren Privatbauherren meine ersten Ideen meist in Form von skizzenhaften Konzeptzeichnungen und Perspektiven. Die bleiben auf angenehme Weise recht vage und mildern die Angst vor Entscheidungen. Wenn die Projekte realisiert werden, kommen wir natürlich nicht mehr ohne CAD-Programme aus.

Nun hat sich ja durch die rasante technische Entwicklung auch der Alltag eines Architekten massiv gewandelt. Hat man zu unserer Studienzeit noch Marmorflächen mit weichen Buntstiften per Hand gemalt und Dreidimensionalität mit Schattierungen erreicht, genügen heute Kenntnisse spezieller Computerprogramme für eine beeindruckende Darstellung. Ist die Malerei daher für Sie auch ein bisschen „nostalgisches Arbeiten“?

Aachen3Der Computerzeichnung bin ich immer ein Stück vorausgelaufen: An der Hochschule wurde der Umgang mit CAD-Programmen gelehrt, als ich bereits mein Diplom machte. In den Büros waren erst die technischen Zeichner dran. Und als dann die Architekten mit dem Computer arbeiteten, war ich schon Projektleiterin. Nach unserer Bürogründung haben wir zunächst eine Menge Wettbewerbe bearbeitet – natürlich per Hand. Die Computeranimation steckte Anfang der Neunziger noch in den Kinderschuhen. Die Rechner wurden dann später von den Mitarbeitern gefüttert, die wir nach den ersten Erfolgen einstellten. Heute sind Computerzeichnungen aus unserem Büro nicht mehr wegzudenken. Aber auch in unseren CAD-gestützten Wettbewerben und Entwurfskonzepten versuchen wir immer noch, zu konkrete Animationen zu vermeiden und der Phantasie des Betrachters eine Chance zu lassen. CAD-technisch bin ich Analphabetin geblieben. Ich habe meine Skizzenrolle.

Sehen Sie bei Ihren jungen Mitarbeitern große Unterschiede im heutigen Ausbildungsstandard verglichen zu Ihrer Zeit als Absolventin?

Das heutige Architekturstudium richtet sich nach dem angelsächsischen Bachelor-Master-System und ist deutlich verschulter als zu unserer Zeit. Das geht auf Kosten handwerklicher Fähigkeiten und baugeschichtlichen Wissens. Der berühmte Blick über den Tellerrand wird immer schwerer, obwohl ich beobachte, dass die heutigen Studenten wesentlich mehr Exkursionen machen als wir seinerzeit. Internationalität ist ein großes Thema – zumindest in der Theorie, denn erstaunlicherweise geht die Zahl der Auslandssemester immer mehr zurück. Dafür spielt Vernetzung eine wesentlich größere Rolle als früher, sicher auch durch den unbegrenzten Zugriff auf weltweite Informationen im WWW.

Nehmen Sie sich bewusst Auszeiten vom Büro und beginnen zu malen bzw. malerisch zu zeichnen oder ergibt sich die Situation dazu irgendwie und irgendwann?

Vor der Geburt unserer Tochter habe ich mir ganz bewusst Zeit genommen, um außerhalb des Büros kreativ tätig zu sein. Heute fehlt viel zu oft Muße und Gelegenheit. Mein großer Wunsch und Plan ist, wieder mehr Raum für Kunst und Kreativität außerhalb des Büros zu finden.

Wie kommen Sie zu den Motiven Ihrer Bilder?

MuenchenBei meinen Motiven schließt sich der Kreis zwischen Kunst und Geographie wieder – und wird um architektonische und städtebauliche Motive ergänzt. Meine Aquarelle sind Städtebilder gewachsener Orte, deren Stimmung ich mit dem Bleistift skizzenhaft erfasse und auf das Wesentliche reduziere. Akzente setze ich mit höherer Strichintensität und sparsam eingesetzter Farbe. Dabei helfen mir mein Handwerkszeug aus dem Kunststudium und das Wissen um Baugeschichte aus dem Architekturstudium. Ich male grundsätzlich nur städtebauliche Situationen, zu denen ich einen persönlichen Bezug habe – Stationen meines Lebens wie Aachen, München oder Köln. Und natürlich auch die Ziele meiner Reisen mit der Familie. Dabei arbeite ich nicht vor Ort, sondern nach Fotos oder Postkarten. So entsteht das Collagenhafte meiner Aquarelle.

Ist die Malerei für Sie Selbstzweck und befriedigt Sie das Malen an sich, oder möchten Sie damit bewusst an die Öffentlichkeit?

Ich verarbeite in meinen Bildern Erinner­ungen an signifikante räumliche Situationen. Einerseits prägen sich durch die Auseinandersetzung mit meinen Motiven diese Orte tief in mein Gedächtnis ein, gleichzeitig nehme ich durch eine intensive Nacharbeit von ihnen Abschied, indem ich ein greifbares Bild erzeuge, das für sich alleine spricht. Das ist die psychologische Komponente. Es gibt noch eine soziale, da ich die Gedanken und Stimmungen meiner Bilder gern mit Freunden und Bekannten teile – meist in Form von privaten Ausstellungen. Die wirtschaftlichen Aspekte interessieren mich weniger. Oft verschenke ich meine Aquarelle an Freunde oder Bauherren.

Sie arbeiten zusammen mit Ihrem Mann im Büro, wohnen zusammen mit ihm und fast erwachsener Tochter darüber: Gibt es feste Zuständigkeiten beruflich und privat, oder wechseln die Verantwortungen?

Unsere Zusammenarbeit hat sich in den über zwanzig Jahren seit Bestehen unseres Büros verändert. Am Anfang haben wir uns fast ausschließlich untereinander inhaltlich ausgetauscht und alle Projekte gemeinsam bearbeitet. Inzwischen haben wir eigene Zuständigkeiten. Ich betreue die privaten Bauherren, während mein Mann Ansprechpartner für die gewerblichen und öffentlichen Projekte ist. Dabei wird der Dialog mit den Mitarbeitern immer wichtiger. Die Selbstständigkeit hat es mir erleichtert, Familie und Beruf in Einklang zu bringen, erfordert aber ein sehr gutes Zeitmanagement.

Ist die räumliche Einheit von Büro und Wohnung eher Segen oder Fluch?

Organisatorisch ist das natürlich eine Vereinfachung. Die Wege sind kurz, wir können ohne großen Aufwand Besprechungen außerhalb der Bürozeiten und gern auch in unserer Wohnung führen – hauptsächlich mit meinen privaten Kunden, die abends und am Wochenende mehr Zeit haben. Unsere Tochter hatte als kleines Mädchen jederzeit eine feste Anlaufstelle, die immer besetzt war. Das war ein großer Vorteil. Dafür fällt das Abschalten schwer, viel zu schnell wird die Bürotür aufgeschlossen, um Unerledigtes außerhalb der Geschäftszeiten abzuarbeiten, das ebenso gut bis zum nächsten Tag liegen bleiben könnte. Das führt zu einer ständigen Arbeitsbereitschaft, die ein großes Maß an Selbstdisziplin erfordert. Die räumliche Nähe zum Arbeitsplatz wird genau dann zur Belastung, wenn der Kopf nicht mehr frei wird.

Frau Halfmann, wir danken Ihnen sehr herzlich für dieses Gespräch!

Textur Farbe Wuchs – Hecken Wachsende Wände

Layout-1-52-53Hecken Wachsende Wände

Eine Hecke ist lebendig – was sie von einer Mauer unterscheidet. Ansonsten kann die Hecke aber die gleichen Aufgaben übernehmen: Sie schützt, sie teilt, sie gibt Struktur und schafft Perspektiven. Ob es als architektonisches Element auch richtig zur Geltung kommt, entscheidet sich oft schon mit der Wahl des richtigen Gehölzes.

iStock_000046509210_DoubleSchon im Mittelalter wurden Hecken oft als Umzäunung von Ackerland angelegt. Sie grenzten anliegende Felder ab und schützten den Boden vor Wind- und Wassererosion. In ihrer Umgebung bildete sich ein besonderes wachstumsfreundliches Klima, ihr herabfallendes Laub machte zudem den Boden noch fruchtbarer. Doch spätestens im Barock wurde der Gartenhecke auch ein gestalterisches Element zugedacht. Aus dem reinen Nutzgewächs wurde ein architektonischer Baustein.

Heute ist eine Hecke beides in einem: die Grenze zu den Nachbarn, die aber auch optisch etwas hermachen muss. Sie ist Sichtschutz, der auch lebendig ist. Sie ist ein Windschutz, der gleichzeitig Dekoration ist. Sie schafft Räume, Ecken und Nischen und ein günstiges Mikroklima. Sie schafft Ruhe und gleichzeitig eine öffnende Perspektive. Doch um ihren gestalterischen Aufgaben auch nachkommen zu können, will das passende Gehölz der Hecke gut gewählt sein.

Zunächst stellt sich die Frage nach einer immergrünen oder sommergrünen, also laubabwerfenden Hecke. Letztere besticht in Frühling und Sommer mit einem satten Grün und im Herbst mit leuchtenden Blattfarben. Im Winter verliert sie ihr Laub und zeigt ihr Geäst, was durchaus auch ein Gestaltungsmittel sein kann. Dauerhaften Sichtschutz erreicht man hingegen mit einer immergrünen Hecke, die ganzjährig Laub oder Nadeln trägt.

iStock_000064111555_FullWährend die sommergrünen Gehölze durch den bunten Farbwechsel der Jahreszeiten bestechen, liegt ein Pluspunkt des immergrünen Heckenholzes zum Beispiel in der Tatsache, dass meist auch Gartenfreunde mit weniger Erfahrung mit ihm recht gut zurechtkommen. Dafür brauchen sie mehr Geduld mit dem langsamen Wuchs, wohingegen laubabwerfende Hecken oft viel schneller gedeihen. Sommergrüne Hecken „leben“ die Jahreszeiten mit und schaffen so eine lebhafte und warme Atmosphäre, während das permanente Grün ewig frisch wirkt. Eine Frage des Geschmacks, Vor- und Nachteile gibt es auf beiden Seiten.

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In Textur, Farbe und Wuchs geben die verschiedenen Hölzer auch unterschiedliche Bilder ab. Die Heckenpflanzen lassen sich in jedem Garten individuell einsetzen als Blickfang, Raumteiler oder Highlight. Denn während zum Beispiel blickdichte Hecken als rundum geschlossene Umrandung einen Bereich auch einengen können, lassen sich andererseits etwa durch Heckenriegel und dazwischenliegende Lücken immer neue Perspektiven in der Gartenlandschaft kreieren. Je nach Blickwinkel eröffnen sich so immer neue Ausblicke auf die Umgebung. Und je nach Holzart lässt sich diese Umgebung eben immer anders inszenieren.

iStock_000038444910_LargeDer berühmte belgische Gartendesigner Jacques Wirtz beispielsweise sieht in dieser Inszenierung den den richtigen Weg, „im Garten zu sich selbst zu kommen.“, wie er in einem Interview mit der Welt sagte. Das sei auch in kleinen Gärten möglich, wichtig seien aber Perspektiven „und Abwechslung zwischen Intimität und Öffnung“. Dazu sei die langfristige Landschafts- und Gartengestaltung nur im Einklang mit der Natur möglich, nicht gegen sie. Jacques Wirtz, der „Gartenkönig“, ist bekannt für seine Kreationen aus Buchshecken, die wie Wolken durch seine Gärten schweben, für scharf geschwungene Buchenhecken und sattgrüne Abstufungen. Seine Parks gelten als stilbildend. Ganz so messerscharf muss ein Garten aber nicht grundsätzlich geschnitten sein, um Ruhe und Wohlgefühl zu erzeugen. Das kann sich auch aus dem Zusammenspiel von Farben, Formen und Räumen ergeben, die die Heckenhölzer in so vielfältiger Weise mit sich bringen. Egal ob immer- oder sommergrün.

402105_original_R_B_by_gabriele-Planthaber_pixelio.deBei den laubabwerfenden Hölzern gilt der Zierapfel als originelles Heckenholz. Er bringt im Frühling weiße Blüten mit, im Herbst kleine rote Früchte. Die trägt auch das Pfaffenhütchen, allerdings sind sie giftig. Viel Farbe trägt auch die Rotbuche, die mit ihren beinahe violetten Blättern sehr nobel und warm wirkt.

iStock_000008734967_LargeÄußerst beliebt ist aber vor allem die immergrüne Hecke. Thuja, der Lebensbaum, ist hier besonders populär, da er relativ schnell wächst und recht preiswert ist. Allerdings kommt er erst dann richtig zur Geltung, wenn er auch groß gewachsen und gut geschnitten ist. Edler und noch etwas wärmer präsentiert sich die Eibe mit ihren roten Früchten. Sie ist ein heimisches Gewächs und sehr langlebig. Im Gegensatz zur Thuja wächst sie sehr langsam, wodurch es auch sehr lange dauert, bis sie ein wirklich blickdichter Sichtschutz ist. Deutlich schneller wächst der Kirschlorbeer, der damit auch sehr schnell zum Sichtschutz wird. Jedoch braucht er sehr viel Platz in der Breite, wodurch er für kleinere Gärten eher unbrauchbar ist. Außerdem enthalten seine Blätter und Samen, genau wie die Nadeln der Eibe, giftige Stoffe. Eibe und Kirschlorbeer wurden beide schon zur „Giftpflanze des Jahres“ gewählt.

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Keine toxische, aber doch schon eine besondere Wirkung können auch eher selten als Hecke genutzte Hölzer entfalten wie der Wacholder. Der wird sonst als Strauch eingesetzt, lässt sich aber in der Hecke sehr robust anlegen und auch gut schneiden. Sehr gefragt ist außerdem auch Liguster, der sehr hoch und relativ schnell wächst, robust ist und ebenfalls gut Formschnitt verträgt. Er verschönert den Garten mit weißen Blüten im Sommer und blauschwarzen Beeren im Herbst.

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Aus gestalterischer Sicht wirkt vielleicht der Buchs, wie schon bei Jacques Wirtz, am elegantesten. Mit ihm lässt sich ein sehr feiner Schnitt durch den Garten ziehen. Der Berliner Landschaftsarchitekt Georg von Gayl spricht ihm die Eigenschaft zu, einen Garten „angezogen“ und „kostbar“ zu machen. Dem Formschnitt sind beim Buchs zudem so gut wie keine Grenzen gesetzt.

A1NlIpoLZSLOb mit zackigem Formschnitt oder ausladender Fülle: Mit Hecken gestalten ist das Schaffen lebendiger Perspektiven. Denn solch ein grüner Wall wächst nicht nur mit seinen Aufgaben. Als vielseitiges architektonisches Element macht sich so eine Hecke jedenfalls schon mal sehr gut. Weshalb sich die lebende Wand ja auch immer wieder neu wachsender Beliebtheit erfreut.

 

TEXT: Christian Dang-anh

Fotos: MaSims | pixelio.de, holger Schupp